Geistlicher Impuls


Franziska Kempcke
 

In der Wüste...

Gedanken zum Matthäus 1,12-13

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm. (Matthäus 1, 12-13)

Wenn ich an die Wüste denke, dann kommen mir Bilder in den Kopf von der scheinbar niemals enden wollenden Sandsteppe der Sahara. Sie übt etwas Faszinierendes und Schönes aus und macht doch gleichzeitig Angst.
Natürlich kenne ich auch das Gefühl von Sand zwischen meinen Zehen und die heiße Sommersonne, die auf meine Haut brennt. Doch das Extrem Wüste ist mir nur aus Erzählungen und Filmen bekannt.
Ich kenne aber den einsamen Ort. Einen Ort, an dem es still um einen herum ist, und man gleichzeitig die unendliche Weite spürt. Ich persönlich kann an diesen Ort gelangen, wenn ich alleine spazieren gehe. Dann kann ich alles um mich herum ausblenden und ganz bei mir sein. Manchmal macht es mir aber auch Angst an diesem einsamen und stillen Ort. Ich höre Geräusche, die ich sonst vielleicht nicht höre: um mich herum, aber auch in meinem Inneren.
Mit dem, was wir seit einiger Zeit durchleben, ist diese Erfahrung sicher nur sehr eingeschränkt gleichzusetzen. Die Kontaktbeschränkungen und die Isolation, die wir zurzeit erleben, sind ganz andere und wir haben sie uns nicht freiwillig ausgesucht.
Es scheint ein Gang durch die Wüste zu sein. Genauso wie die Wüste hat diese Zeit etwas Schönes. Uns wurde Zeit geschenkt: Zeit für uns selbst, Zeit für den Partner und für die Familie. Aber diese Wüste macht auch Angst. Sie macht uns einsam, entfremdet uns von unseren Mitmenschen und hinterlässt eine große Unsicherheit.
Und doch entdecke ich in diesen Tagen hier und dort ein Aufblühen in der Wüste: Menschen, die auf Abstand sich unglaublich freuen sich zu sehen und ein paar nette Worte wechseln. Einkäufe, die für andere übernommen werden. Bilder, als Zeichen des Vermissens, vor Kindergärten und Schulen. Mich erinnert das alles an ein Lied, in dem es heißt:
„Wo ein Mensch Vertrauen gibt, nicht nur an sich selber denkt, fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.“
Eine Wüste bedroht das Leben, aber auch in einer Wüste kann es hier und da ein Aufblühen geben. Jedes kleine Grün ist Hoffnung auf einen neuen Anfang, der aus Wüsten Gärten macht.
In der Einsamkeit und der Stille scheinen viele überlegt zu haben, wie sie anderen diese Hoffnung weitergeben können. Wie sie es schaffen etwas in der Wüste blühen zu lassen.
Auch Jesus hat damals nach seiner Taufe die Erfahrung der Wüste erlebt. Er war allein bei den Tieren. Er wurde versucht.
Kurz vorher kam bei seiner Taufe noch eine Stimme vom Himmel, die sprach: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Doch danach trieb ihn der Geist Gottes in die Wüste.
Warum? Kann man sich fragen. Vielleicht, damit er die Zeit und die Stille hat, um selbst herauszufinden, wer er ist und was er kann. Vielleicht bietet die Wüste gerade das, herauszufinden, wer wir sind und was wir können. Vielleicht bietet auch unsere jetzige Situation Gelegenheit dafür.
Denn in der Wüste wächst zwar nicht viel, aber es gibt die Hoffnung, dass etwas blüht.
Und viele Menschen helfen schon seit Wochen aus eigener Kraft und mit der Hilfe Gottes mit, dass etwas blüht und aus Wüsten Gärten werden. Amen.

Franziska Kempcke
online seit: 28.05.2020

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Letzte Änderung: 07.07.2020
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